Nachgefragt: Interview mit Wolfgang Pütz

28. Juni 2019

Über die Beweggründe, den Stiftungszweck und die Zukunftspläne – im Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Pütz erfahren Sie alles Wichtige über die Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg.

Interview mit Wolfgang Pütz

Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg

 

Die Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg möchte psychisch erkrankten Menschen helfen, möglichst selbständig zu leben und neue berufliche Perspektiven zu erschließen. Gegründet wurde sie Ende 2018 als rechtsfähige Stiftung mit Sitz in Bonn. Ein Interview mit Wolfgang Pütz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

 

Was waren die Beweggründe für die Errichtung der Stiftung?

 

Die Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg ist die konsequente Weiterentwicklung der Projekte und Angebote des Unternehmensverbundes Bonner Verein. Sie fungiert quasi als Dach, das zukünftig als „ Ideengeber“ und Hauptgesellschafter die bisher vereinsgetragenen Leistungsangebote zu Gunsten der Betroffenen noch besser vernetzt. An vielen Stellen können wir sozialräumlich so noch wirksamer arbeiten, das vorhandene gemeindepsychiatrische Angebot möglichst nachhaltig sichern und seine bedarfsorientierte Entwicklung betreiben. Vorausgesetzt, uns stehen die entsprechenden Mittel zur Verfügung. Wir hoffen, dass dies durch Spenden und Nachlässe an die Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg möglich wird. Auch soll die Stiftung eine aktive Informations- und Kommunikationsplattform für die Betroffenen, deren Eltern und Angehörigen sein.

 

Warum hat sich der Bonner Verein, jetzt „Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg gGmbH“, für das Instrument der Stiftung entscheiden?

 

Wir wollten etwas Neues und gleichzeitig etwas Dauerhaftes schaffen. Eine Stiftung ist auf „ewig“ angelegt und wird neben einer internen Aufsicht auch noch staatlich kontrolliert. Unser Ziel ist es, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, soweit es ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen entspricht, ein Leben in weitgehender Normalität und sofern gewünscht, mit der Sicherheit einer Begleitungskontinuität zu bieten. Den Unterstützern unserer Arbeit wollen wir die Sicherheit geben, dass die Mittel, die sie zur Verfügung stellen, auch in der operativen Arbeit gut angelegt sind.

 

Wie erklären Sie den Stiftungszweck?

 

Der Stiftungszweck umfasst in erster Linie die Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen. Dazu zählen die Schaffung und Erhaltung unterschiedlichster Wohnformen, die Unterstützung bei der beruflichen Qualifizierung und die Integration in den Arbeitsmarkt. Besonderes Augenmerk, und das ist mir eine Herzensangelegenheit, wird die Stiftung auf den Abbau von Vorbehalten gegenüber psychisch erkrankten Menschen legen und deren Teilhabe in allen Lebensbereichen fördern. Hierzu bedarf es einer intensiven Kommunikation auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

 

Warum konzentriert sich die Stiftung auf den Raum Bonn-Rhein-Sieg?

 

Die Unternehmensgruppe ist bereits seit fast 40 Jahren verantwortlich für die Nachsorge psychisch erkrankter Menschen im gesamten Bonner Stadtgebiet. Einzelne Unternehmen haben vereinzelt auch schon in der Vergangenheit Leistungen für psychisch erkrankte Menschen im Rhein-Sieg-Kreis erbracht. Mit der Begleitungs-Erfahrung bei zurzeit mehr als 2.000 Menschen halten wir es für konsequent, unser Angebotsspektrum sukzessive den Betroffenen im Rhein-Sieg-Kreis zur Verfügung zu stellen. Mit der Ausdehnung auf den Rhein-Sieg-Kreis wollen wir den Aktionsradius unserer Arbeit vergrößern, um sozialräumlich noch besser zu wirken. Auch hier halten wir es für außerordentlich wichtig, die Betroffenen in Ihren Lebensräumen zu unterstützen. Diese sind jedoch weniger durch Stadt- oder Kreisgrenzen limitiert, sondern richten sich eher an dem, was wir Region nennen, aus.

 

Wie sehen die Zukunftspläne der Stiftung aus?

 

Zunächst arbeiten wir daran, dass die Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg und ihre Ziele in der Region bekannter werden. Daher präsentieren wir uns auf Events hier in der Region und setzen verschiedene Mittel der Öffentlichkeitsarbeit gezielt ein. Gleichzeitig möchten wir transparent sein und nachhaltig arbeiten. Dazu zählt, dass wir den Hilfesuchenden eine Perspektive schaffen und Ihnen hierdurch helfen, wieder zum nötigen Selbstwertgefühl zu finden und ihre Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehört allem voran, in der Öffentlichkeit ganz viel Aufklärungsarbeit zum Thema psychische Erkrankungen und deren Prävention zu leisten.

 

Nicht zuletzt wird es auch ein Aufgabenfeld sein, die Notwendigkeit unterschiedlichster Unterstützungsleistung zu verdeutlichen – einerseits in Form von Spenden und Nachlässen und andererseits in Form ehrenamtlichen Engagements.

 

Jetzt Kontakt aufnehmen


Bleiben Sie informiert

NEWSLETTER - ANMELDUNG

Sie wollen regelmäßig über spannende Projekte informiert werden? Kein Problem! Melden Sie sich zu unserem Newsletter an!

Mit der Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Verwendung meiner Daten entsprechend der Datenschutzerklärung zu.
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Unsere Tochterunternehmen